Kurzgedichte zum Bedenken

Gedanken aus dem Feld zwischen altertümlich-japanischen und neuzeitlich-europäischen Denkarten

Supprian, Ulrich

Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) 1. Aufl., 2012
Hardcover, 104 Seiten, 150 x 150 mm

29.95 €* (44,95 SFr)
ISBN: 978-3-86888-044-1

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In Japan hat das Kurzgedicht, das Haiku, ein hohes Ansehen. Es besteht in klassischer Zeit aus 3 Zeilen zu 5, 7 und 5 Silben und soll einleitend die Jahreszeit zu erkennen geben, vielleicht auch den Ort, jedenfalls assoziativ. Sein eigentlicher Inhalt, oft nur mit einem Wort gegeben, aber einfach, anschaulich und konkret, wird mit einer Gegenbewegung derart in Spannung zu einer zweiten Sprachwendung gebracht, daß ein ahnungshafter Entwurf und Denkanstoß weit über das Gesagte hinaus den Kern der Sache ausmacht und aus dem Text herausspringt und zu fangen wäre. Dabei geht es um das sehr genaue künstlerische Andeuten im Ungenauen, es geht um Ironie, Hohn und Spott, Resignation und Verzweiflung, Giftigkeit und Bitternis, Anklage und Komik, philosophische Skepsis, Hintersinn und Sprachkritik – und immer Melancholie.Das moderne Haiku, überall in der Welt, hat die strenge Form weitgehend gelockert. Geblieben ist der Ausgriff ins Weite, Tragische, Absurde, Groteske, Vergebliche, Magische, Undenkbare. Geblieben sind die Strenge der Wortwahl, die Kunst des Nur-Assoziativen und der sorgfältige Ausschluß jeder überflüssigen Silbe, es geht um die letzte Feile und perfekten Feinschliff. Das Antinomische der Semantik wird formal abgebildet mit der Zweizeiligkeit. Der Autor legt mit diesem Band 103 Haikus - allesamt Neudichtungen - aus den Bereichen "Natur", "Leben", "Seele, Geist und Kultur" in deutscher Sprache vor.

Supprian, Ulrich

Der Autor, Prof. Dr. Ulrich Supprian, Jahrgang 1931, ist Nervenarzt, Schüler von Hans Bürger-Prinz und war als Professor für Psychiatrie an der Universitätsklinik Hamburg tätig.

Hier verbrachte er sein gesamtes wissenschaftliches Leben mit der Aufklärung der inneren Natur einer Geisteskrankheit, der manisch-depressiven Erkrankung: Die Anwendung naturwissenschaftlicher Denkarten und Methoden führte zu einer Lösung des Problems, die jedoch ganz weit außerhalb der Erwartungen der Fachwelt liegen. Mit testpsychologischen und metrischen Techniken zur Datenerfassung, statistischen Verfahren zur Zeitreihenanalyse und informationstheoretischen Prozeduren zur Mustererkennung in Syndromsequenzen konnte gezeigt werden, daß der psychotische Prozess, der klinisch gesehen chaotisch zu sein scheint, streng geordnet verläuft unter dem (endogenen) Diktat des äußeren Tagesrhythmus.

Alle beim DWV erschienenen Titel:

Haiku, Lyrik, Japan, japanisch, Gedichte, Kurzgedichte